Die Bauwende im Rheinischen Revier: Wie der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler mit CircularLCA neue Standards setzt
Der Strukturwandel im Rheinischen Revier ist eine der größten Gestaltungsaufgaben unserer Zeit. Dabei geht es nicht nur um neue Industrien, sondern auch um die Frage, wie wir in Zukunft bauen: nachhaltig, ressourcenschonend und kreislauffähig. Der Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler übernimmt hier eine Vorreiterrolle und setzt bei der Transformation seiner Bauprojekte auf digitale Innovation.
In einem öffentlichen Vergabeverfahren hat sich der Zweckverband für die Nutzung der Softwareplattform CircularLCAentschieden, um den Grundstein für ein zirkuläres Bestandsmanagement zu legen.
Das Ziel: Gebäude als urbane Rohstofflager verstehen
Hinter der Kooperation steht eine klare Vision: Gebäude sollen nicht länger als Endstation für Materialien betrachtet werden, sondern als wertvolle Rohstofflager. Um dies zu realisieren, ist Transparenz über die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes hinweg entscheidend.
Im Rahmen des Förderprojektes „Exzellenzregion Nachhaltiges Bauen“ werden nun für insgesamt sechs Bauprojekte des Zweckverbands sowie der Projektpartnerin Stadt Mönchengladbach digitale Gebäuderessourcenpässe (GRP)erstellt.
Präzision durch BIM und intelligente Daten
Der entscheidende Faktor für den Erfolg dieses Projekts ist die Datengrundlage. Die Ressourcenpässe werden auf Basis von BIM-Modellen (Building Information Modeling) erstellt. CircularLCA ermöglicht es dabei, sämtliche verbauten Materialien und Produkte inklusive ihrer Qualität und ihres Recyclingpotenzials digital zu erfassen.
Was bedeutet das konkret in der Anwendung?
- Automatisierter Datenimport: Über digitale Austauschformate (IFC, CSV) werden Projektdaten direkt in die Plattform geladen.
- Detaillierte Zirkularitätsbewertung: Die Software ermittelt den Materialwert, die Demontierbarkeit sowie die werkstoffliche Trennbarkeit der Baustoffe.
- Ökobilanzierung: Die erfassten Daten dienen als Basis für Ökobilanzen nach gängigen Standards wie DGNB, QNG oder BNB.
Ein Modell für die Zukunft
Diese Kooperation unterstreicht, dass die digitale Dokumentation von Ressourcen kein Selbstzweck ist, sondern die Voraussetzung für eine echte Kreislaufwirtschaft. Durch die Nutzung von CircularLCA stellt der Zweckverband sicher, dass Informationen über Materialherkunft und Verwertungspotenziale langfristig erhalten bleiben.
Die Zusammenarbeit zeigt, wie öffentliche Auftraggeber die Bauwende aktiv vorantreiben können, indem sie auf rechtssichere und technisch fundierte Lösungen setzen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit LANDFOLGE Garzweiler und der Stadt Mönchengladbach zu zeigen, wie zirkuläres Bauen heute schon messbar, steuerbar und skalierbar ist.