Was ist ein Gebäuderessourcenpass?
Ein Gebäuderessourcenpass ist ein wertvolles Instrument zur nachhaltigen Optimierung von Gebäuden. Er dokumentiert detailliert die eingesetzten Materialien, ihre Wiederverwendbarkeit und liefert Informationen über die ökologischen und finanziellen Aspekte der Ressourcen. Dieses Dokument hilft Eigentümern und Planern, Ressourcenschonung zu fördern, Abfall zu minimieren und langfristig Kosten zu sparen. Banken und Rating-Unternehmen nutzen die Dokumentation, um Gebäude und Portfolien auf dem Finanzmarkt vergleichbar zu machen und nutzen diese als Entscheidungsgrundlage bei der Kreditvergabe. Die Einführung eines digitalen Gebäuderessourcenpasses wird durch mehrere EU-Richtlinien und -Verordnungen auf nationaler Ebene verpflichtend. Dazu zählen die Pflicht zur Berechnung des Lebenszyklus-Treibhausgaspotenzials, die Einführung eines digitalen Gebäudelogbuchs (EPBD-Richtlinie 2024/1275), der digitale Produktpass (Ökodesign-Verordnung 2024/1781) sowie Vorgaben der Bauproduktenverordnung. In Zukunft soll der Gebäuderessourcenpass im Rahmen des Qualitätssiegels Nachhaltige Gebäude (QNG) verpflichtend eingeführt werden.
Welche Informationen sind im Gebäuderessourcenpass enthalten?
Concular ist maßgeblich an der Entwicklung des Gebäuderessourcenpasses nach DGNB beteiligt und arbeitet aktiv an der Entwicklung eines „Digitalen Ressourcenpasses für Gebäude“ nach den Vorgaben des BBSR mit.
Wir bieten die Erstellung eines umfassenden Gebäuderessourcenpasses nach DGNB, EU-Taxonomie, BREEAM oder QNG an, der sowohl nachhaltige als auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Der Pass fasst alle relevanten Informationen zusammen, darunter:
- Detaillierte Auflistung der Material- und Produktmengen
- Massenauswertung nach Materialtypologie
- Umwelteinflüsse (GWP, PENRT, POCP,…) nach Lebenszyklusphasen
- Zirkularitätsbewertung auf Bauteil- und Gebäudeebene (Materialherkunft, Demontierbarkeit, Trennbarkeit, Rezyklierbarkeit, Wiedernutzungspotenzial)
- Materialrestwert basierend auf Recyclingpreisen und Bauteil- und Rohstoffbörsendaten
- Prüfung auf Konformität mit gängigen Zertifizierungen (DGNB, QNG, EU-Tax)
- Ausgabe des Gebäuderessourcenpass nach DGNB V23
Wie ist der Gebäuderessourcenpass in der EU Taxonomie enthalten?
Nach der EU Taxonomie unterliegen Gebäude, Bauaktivitäten und Abfall deutlich strengerer Kriterien und erfordern die Auswertung von Informationen rund um Ressourcen und Ökobilanz – u.a.
- Für Neubauten müssen mindestens 90% (nach Gewicht) der nicht gefährlichen Bau- und Abbruchabfälle, die auf der Baustelle entstehen, für die Wiederverwendung oder das Recycling vorbereitet werden (gemäß Level(s) Indikator 2.2). Bei Renovierungen sind mindestens 70% erforderlich.
- Für Neubauten und Renovierungen wurde das Treibhauspotenzial über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes berechnet und wird Investoren und Kunden auf Anfrage offengelegt.
- Für Neubauten und Renovierungen werden Bauentwürfe und Techniken unterstützt, die die Kreislaufwirtschaft fördern, indem Konzepte für Anpassungsfähigkeit und Rückbau in die Gestaltung einbezogen werden (gemäß Level(s) Indikatoren 2.3 und 2.4).
- Für Neubauten und Renovierungen wird der Einsatz von Primärrohstoffen bei der Gebäudekonstruktion durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen minimiert (gemäß Level(s) Indikator 2.1).
- Bei Renovierungen wird mindestens 50% der Bruttogrundfläche des Gebäudes erhalten.
- Erfassung und Nachweis von Abfall durch Pre-Deconstruction Audits
Weiterlesen
Der Concular Gebäuderessourcenpass hilft Ihnen mit denen Regelungen kosten-effizient konform zu werden.
Ist der Gebäuderessourcenpass Pflicht?
Aktuell ist der Gebäuderessourcenpass freiwillig – aber in der Praxis längst kein optionales Nice-to-have mehr. Für DGNB-Zertifizierungen ist er fester Bestandteil, für QNG-geförderte Projekte zunehmend Voraussetzung, und für EU-Taxonomy-konforme Gebäude ein zentrales Nachweisdokument. Auf EU-Ebene schreibt die EPBD-Richtlinie (2024/1275) ab 2028 die verpflichtende Lebenszyklus-Treibhausgasbilanzierung für größere Neubauten vor – ab 2030 für alle neuen Gebäude. Wer heute dokumentiert, erspart sich später erheblichen Aufwand.
Was kostet ein Gebäuderessourcenpass?
Die Kosten hängen von Gebäudegröße, Komplexität und verfügbaren Planungsunterlagen ab – ein BIM-Modell reduziert den Aufwand erheblich gegenüber einem reinen Bauteilkatalog. Concular bietet eine kostenlose Erstberatung an, in der wir den Aufwand für Ihr Projekt konkret einschätzen. Mit CircularLCA können Sie außerdem kostenlos eine digitale Vorschau Ihres Gebäuderessourcenpasses erstellen.
Was ist der Unterschied zwischen Gebäuderessourcenpass und Gebäudelogbuch?
Das Gebäudelogbuch (nach EPBD) ist ein breites digitales Dokument mit Gebäudedaten über den gesamten Lebenszyklus. Der Gebäuderessourcenpass ist ein spezifisches Instrument darin: Er fokussiert auf Materialien, Zirkularität und Ökobilanz und ist Bestandteil des Logbuchs – keine konkurrierende Lösung.
Wie läuft die Erstellung eines Gebäuderessourcenpasses mit Concular ab?
Concular hat bereits mehr als 1.000 Gebäuderessourcenpässe erstellt und begleitet Sie in drei Schritten: Zunächst werten wir Ihre vorhandenen Gebäudedaten aus und erstellen eine digitale Vorschau auf unserer Plattform. Dann analysiert unser Expertenteam Zirkularität, Ökobilanz und Ressourcen auf Basis Ihres BIM-Modells oder Bauteilkatalogs. Am Ende erhalten Sie den fertigen Gebäuderessourcenpass im gewünschten Format – exportfertig für DGNB, QNG, ESG und EU Taxonomy. Den Einstieg macht eine kostenlose Beratung.
Wie lange dauert die Erstellung?
Die Dauer hängt vor allem von der Qualität und Vollständigkeit Ihrer Planungsunterlagen ab. Mit einem BIM-Modell sind erste Ergebnisse oft innerhalb weniger Wochen verfügbar. Concular bietet zudem eine schnelle digitale Vorschau als ersten Schritt an – so sehen Sie früh, wo Ihr Gebäude steht, bevor der vollständige Pass erstellt wird.
Für welche Gebäude eignet sich der Gebäuderessourcenpass?
Gebäuderessourcenpass ist sowohl für Neubauten als auch für Bestandsgebäude sinnvoll. Im Neubau schafft er die Grundlage für Zertifizierungen und EU-Taxonomy-Konformität. Im Bestand liefert er wertvolle Erkenntnisse über Materialreserven, Rückbaupotenziale und den bilanziellen Wert verbauter Rohstoffe – relevant für Eigentümer, Portfoliomanager und alle, die ESG-Ziele nachweisen müssen.