Zirkuläres Einrichten für Büro und Gewerbe

Arbeitswelten aus dem Bestand

Concular plant und realisiert Büro- und Gewerbeflächen mit wiederverwendeten Trennwänden, Böden, Leuchten und Möbeln – mit bilanzierter CO₂-Einsparung.

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Was ist zirkuläres Einrichten?

Zirkuläres Einrichten bedeutet, Büro- und Gewerbeflächen überwiegend mit wiederverwendeten Bauteilen und Möbeln auszustatten, statt alles neu zu kaufen. Trennwände, Böden, Leuchten und Mobiliar aus anderen Gebäuden werden geprüft, aufbereitet und in neuen Flächen eingebaut – und bei der nächsten Veränderung erneut in den Kreislauf gegeben.

Der Ansatz folgt der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes: Nach der Vermeidung hat die Vorbereitung zur Wiederverwendung Vorrang vor Recycling und energetischer Verwertung (§ 6 KrWG). Für Mieter und Eigentümer heißt das: Eine zirkuläre Büroeinrichtung nutzt, was bereits produziert wurde, und dokumentiert die Wirkung messbar.

Zirkuläres Einrichten eignet sich für gewerbliche Mieter, die eine neue Fläche beziehen oder umbauen, für Eigentümer bei Mieterwechseln und Revitalisierungen sowie für Betreiber von Hotels, Co-Working Spaces und Veranstaltungsstätten. Der Ansatz funktioniert in beide Richtungen: Gebrauchte Büroeinrichtung wird für die neue Fläche beschafft, und Inventar, das nicht mehr benötigt wird, findet über Concular neue Nutzer, statt entsorgt zu werden.

Vorteile: CO₂, Kosten und Zeit

Wie groß der Effekt ist, hängt vom Projekt ab. Die folgenden Werte stammen aus Projekten, die Concular begleitet und dokumentiert hat:

  • Weniger CO₂: Im Co-Working Space Box 18 in Berlin lag die CO₂-Einsparung bei 90 % gegenüber neuen Materialien. Beim Umbau einer Büroetage in Münster wies die Ökobilanz 82 % weniger CO₂e als bei konventioneller Bauweise aus.
  • Geringere Kosten: In der Box 18 sanken die Baukosten um 20 %. Beim Umbau für die Sika Gruppe wurden durch die Integration bestehender Materialien 30.000 Euro eingespart.
  • Kürzere Bauzeit: Die Bauzeit der Box 18 wurde um ein Drittel auf vier Wochen verkürzt. Bei Behnisch Architekten in München geschahen Rückbau, Transport und Wiedereinbau der Systemtrennwände an einem einzigen Tag.
  • Weniger Abfall: In Münster wurden 6,9 Tonnen Materialien wiedergewonnen – die gleiche Menge an Abfall wurde eingespart. Im Kongresszentrum Dresden blieben über 15 LKW-Ladungen Mobiliar im Kreislauf statt in der Verbrennung.

Hinzu kommt die Nachweisbarkeit: Vermiedene Emissionen und Abfälle werden per zirkulärer Ökobilanzierung bilanziert und stehen für ESG-Berichte zur Verfügung.

Was sich wiederverwenden lässt

Im Innenausbau eignen sich vor allem standardisierte, demontierbare Elemente. In Concular-Projekten wurden unter anderem wiederverwendet oder vermittelt:

  • Systemtrennwände und Glastrennwände – etwa Strähle-Wände in der Box 18 und bei Sika oder DRUM-Wände bei Behnisch Architekten; in Münster stammten auch die Glastrennwände aus einem ersten Leben.
  • Doppelboden – in der Französischen Straße in Berlin wurden mehr als 5.000 m² Doppelboden mit Echtholzoberfläche erfasst und rückgebaut.
  • Leuchten – im Allianz Headquarter in München wurden rund 200 Leuchten für die Wiederverwendung identifiziert; Designleuchten aus dem Allianz-Bestand kamen bei Sika zum Einsatz.
  • Büromöbel und Einrichtung – Konferenzstühle, Tische und Sofas, Hotelmobiliar oder hochwertige Büromöbel.
  • Teppichfliesen – im CENTRAL PARX in Frankfurt wurden rund 1.000 m² Teppichfliesen vermittelt.
  • Türen, mobile Trennwände und Sanitärobjekte – zum Beispiel Brandschutz- und Innentüren oder eine mobile Trennwand von Dorma Hüppe.

Ob sich ein Bauteil für Re-Use eignet, entscheiden vor allem Zustand, Menge gleichartiger Elemente, Maße und die Möglichkeit, es zerstörungsfrei auszubauen. Auch kreative Lösungen sind möglich: In Münster entstand eine Wandverkleidung aus alten Theater- und Schulstühlen.

So läuft ein zirkulärer Innenausbau ab

Ein zirkulärer Innenausbau folgt den bekannten Leistungsphasen, ergänzt um die Beschaffung und Bilanzierung wiederverwendeter Bauteile. Wichtig ist, dass alle Beteiligten – Bauherrschaft, Nutzer, Architektur und ausführende Firmen – von Anfang an zusammenarbeiten.

  1. Bestand und Bedarf klären: Was ist auf der Fläche vorhanden, was wird gebraucht? Bei Rückbauflächen erfasst ein Pre-Deconstruction Audit nach DIN SPEC 91484 das Wiederverwendungspotenzial jedes Bauteils.
  2. Planung mit Re-Use-Material: Architektur und Concular integrieren verfügbare Bauteile gestalterisch und funktional in das Konzept – nicht als Notlösung, sondern als bewusste Entscheidung.
  3. Beschaffung und Prüfung: Bauteile werden über das Concular-Netzwerk gesichert, technisch geprüft und bei Bedarf aufbereitet.
  4. Demontage und Einbau: Spezialisierte Partner oder Hersteller bauen werterhaltend aus und wieder ein. Erfolgt beides durch den Hersteller, sind Bauteile auch mit Gewährleistung möglich.
  5. Bilanzierung und Dokumentation: CO₂-, Abfall- und Kosteneinsparungen werden bilanziert; ein Gebäuderessourcenpass dokumentiert die eingebauten Materialien für die nächste Nutzung.

Beispiele aus der Praxis

  • Zirkuläres Büro für die Sika Gruppe: Umbau eines Labor- und Bürogebäudes mit wiedergewonnenen Trennwänden, Leuchten und Möbeln – 18 t CO₂e vermieden.
  • Box 18, Berlin: Co-Working Space mit wiederverwendeten Systemtrennwänden – 90 % CO₂-Einsparung gegenüber neuen Materialien.
  • Büroetage in Münster: Gemeinsam mit urselmann interior umgesetzt – 95,6 % aller eingesetzten Produkte zirkulär inspiriert oder Re-Use.
  • Kongresszentrum Dresden: In drei Wochen mehr als 5.000 funktionsfähige Möbelstücke erfasst und vermittelt.

Weitere Beispiele: die Systemtrennwände bei Behnisch Architekten und das B&B HOTEL in Lübeck, wo Mobiliar aus 96 Zimmern zum Verkauf angeboten wurde. Beim Umbau an der Französischen Straße in Berlin sicherte Concular mehr als 5.000 m² Doppelboden für die Wiederverwendung.

Alle Erfolgsgeschichten
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Behnisch Architekten, München: Re-Use von Systemtrennwänden an einem Tag

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Sika Gruppe: zirkuläres Büro mit 18 t CO₂e Einsparung

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Französische Straße, Berlin: Re-Use beim Umbau im Bestand

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Kongresszentrum Dresden: über 5.000 Möbelstücke vor der Verbrennung bewahrt

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Box 18, Berlin: Circular Office mit 90 % CO₂-Einsparung

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Büroetage, Münster: 95,6 % zirkuläre Beschaffung im Umbau

So unterstützt Concular

Mit Concular Spaces bietet Concular Circular Design & Build° für Arbeitswelten: kombinierte Planungs- und Bauleistungen, ein kuratierter Produktkatalog mit Re-Use-Produkten ausgewählter Hersteller und die ESG-konforme Bilanzierung vermiedener Abfälle und CO₂-Emissionen. Das Spektrum reicht vom kleinen Mieterausbau bis zur Multi-Tenant-Gewerbeimmobilie.

Für gewerbliche Mieter inventarisiert Concular Flächen mit dem Gebäuderessourcenpass und begleitet Umbauten von der Materialwahl bis zur kreislaufgerechten Entsorgung. Wenn Sie ausziehen oder umbauen, lässt sich vorhandenes Inventar über Urban Mining weitervermitteln – direkt an neue Nutzer oder über den Concular-Shop, wie im Kongresszentrum Dresden.

Ihr Vorteil: ein Ansprechpartner für Planung, Re-Use-Beschaffung, Umsetzung und Nachweis. So entstehen Arbeitswelten mit eigener Identität, deren Einsparungen Sie belastbar berichten können.

Sie planen eine neue Büroeinrichtung oder einen Umbau? Sprechen Sie mit uns über Ihre Fläche.

Häufige Fragen zum zirkulären Einrichten

Was versteht man unter zirkulärem Einrichten?

Zirkuläres Einrichten heißt, Büro- und Gewerbeflächen mit wiederverwendeten Bauteilen und Möbeln auszustatten und diese später erneut in den Kreislauf zu geben. Neuware wird nur ergänzt, wo nötig.

Ist gebrauchte Büroeinrichtung qualitativ gleichwertig?

Wiedergewonnene Bauteile werden vor dem Einbau geprüft und bei Bedarf aufbereitet. Erfolgen Demontage und Wiedermontage durch den Hersteller, sind sie wie im Projekt Prisma Frankfurt sogar mit Gewährleistung möglich.

Wie viel CO₂ spart eine zirkuläre Büroeinrichtung?

Das hängt vom Projekt ab. In Concular-Projekten wurden etwa 90 % CO₂-Einsparung gegenüber neuen Materialien (Box 18, Berlin) und 82 % weniger CO₂e als bei konventioneller Bauweise (Büroetage Münster) bilanziert.

Welche Bauteile eignen sich für Re-Use im Büro?

Besonders geeignet sind Systemtrennwände, Glastrennwände, Doppelboden, Teppichfliesen, Leuchten, Türen und Büromöbel – also standardisierte Elemente, die sich zerstörungsfrei demontieren lassen.

Dauert ein zirkulärer Innenausbau länger?

Nicht zwingend. In der Box 18 in Berlin wurde die Bauzeit um ein Drittel auf vier Wochen verkürzt. Entscheidend ist, Re-Use früh in die Planung einzubeziehen, damit passende Bauteile rechtzeitig gesichert werden.

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