Die Sanierung von hochkomplexen Forschungs- und Laborgebäuden stellt die Beteiligten
vor besondere ökologische und logistische Herausforderungen. Im Zuge der geplanten
Modernisierung des Max Delbrück Center in Berlin wurde Concular mit der Durchführung
eines umfassenden Pre-Deconstruction Audits (PDA) beauftragt. Ziel war es, die im
Gebäude gebundenen Materialressourcen systematisch zu erfassen und Potenziale für eine
spätere Kreislaufführung aufzuzeigen.

Bestandserfassung und Digitalisierung nach DIN SPEC 91484

Das Fundament der zirkulären Wertschöpfung bildet ein umfassendes Pre-Deconstruction
Audit (PDA) nach der DIN SPEC 91484. Concular führte hierbei eine zweistufige Prüfung
durch:

  • Vorprüfung (Stufe 1): Systematische Identifikation und qualitative Abschätzung von
    Re-Use-Potenzialen im gesamten Objekt.
  • Detailprüfung (Stufe 2): Eine bauteilspezifische, präzise Erfassung der
    Materialströme. Hierbei werden digitale Materialpässe für spezifische
    Produktgruppen wie Laboreinrichtungen (z. B. C-Füße, Laborschränke,
    Sicherheitswerkbänke), Büroausstattungen und Sanitärkomponenten erstellt. Diese
    Pässe bilden zugleich die datentechnische Vorbereitung für den künftigen
    Gebäuderessourcenpass (GRP).

Ökologischer und Regulativer Impact

Das Projekt ist ein positiver Schritt für eine klimagerechte Bauwende im öffentlichen Sektor:

  • Klimaschutz & Ressourcenschonung: Durch die gezielte interne oder externe
    Kreislaufführung hochwertiger Labor- und Bauteile werden grauen Emissionen
    eingespart und gleichzeitig Entsorgungsverfahren ökonomisch optimiert.
  • Compliance & ESG-Konformität: Die Methodik erfüllt die gesetzlichen Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (§ 6 Abs. 1 KrWG) und liefert einen
    messbaren Beitrag zur Erfüllung moderner ESG-Kriterien im staatlich geförderten
    Hochbau.

 

Bildcredit: Felix Petermann; Max Delbrück Center