Berlin, 22.01.2026 – Neu veröffentlichte DIN SPEC 91525 ermöglicht hochwertige Anschlussnutzung von Baumaterialien aus Bestandsgebäuden.

Was die DIN SPEC 91525 in der Praxis bedeutet und wie Concular das Anschlussnutzungskonzept (PUC) für Ihr Gebäude erstellt, lesen Sie auf der Seite Anschlussnutzungskonzept nach DIN SPEC 91525.

  • Trotz aufwändiger Materialtrennung beim Rückbau werden wertvolle Baustoffe oft nur downgecycelt oder entsorgt, statt hochwertig wiederverwendet
  • Die DIN SPEC 91525 schafft erstmals einheitliche, praxisnahe Kriterien zur wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Bewertung von Bauteilen für die Wiederverwendung
  • Der Standard ebnet, im Einklang mit bestehendem Kreislaufwirtschaftsrecht, den Weg für eine systematische und ressourcenschonende Bauteilwiederverwendung

Es geschieht bereits großflächig: Bei Sanierung oder Rückbau von Bestandsgebäuden werden einzelne Materialien auf der Baustelle aufwändig voneinander getrennt. Man sieht beispielsweise Berge von Bewehrungsstahl auf der einen Seite und Betonbrocken auf der anderen, daneben stapelt sich Altholz. Entscheidend ist, was danach passiert: Noch immer gehen diese Ressourcen in ein minderwertiges Recycling (sogenanntes Downcycling) oder auf die Deponie.

Damit Verantwortliche hier, in der Anschlussnutzung von Baumaterialien aus Bestandsgebäuden, wertvolle Ressourcen und hochwertige Bauteile bereits vor ihrer Zerstörung identifizieren und einer geeigneten Nutzung zuführen können, braucht es transparente und allgemeingültige Prozesse und ein ganzheitliches Konzept.

„In meiner Arbeit bei Concular sehe ich immer wieder, wie groß das Potenzial für die Wiederverwendung von Bauprodukten ist und wie oft es an klaren, belastbaren Entscheidungsgrundlagen fehlt. Genau hier setzt die DIN SPEC 91525 an und schafft einen standardisierten Rahmen für Anschlussnutzungskonzepte. Damit werden Planende, Bauherr:innen und Ausführende unterstützt, Wiederverwendung, Weiterverwendung und hochwertige Verwertung systematisch zu bewerten – technisch machbar, wirtschaftlich zumutbar und ökologisch sinnvoll. Als Initiatorin und Konsortialleiterin war es mir besonders wichtig, ein Dokument zu entwickeln, das praxisnah und anschlussfähig an bestehende Verfahren und Regelwerke ist – u. a. an Pre-Demolition-Audits und Rückbaukonzepte.“

Caroline Braus, Konsortialleiterin und Circular Consultant bei Concular

Die Erstellung eines solchen Konzeptes ermöglicht die neu veröffentlichte DIN SPEC 91525. Ein Standard, der Klarheit schafft über das Potenzial bereits zuvor identifizierter Bauteile, initiiert und über Monate geleitet von Concular, dem führenden Unternehmen für Zirkuläres Bauen und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Insgesamt 60 Personen aus Universitäten, Verbänden, Genossenschaften und Unternehmen aus dem Baugewerbe sowie der Abbruch- und Recyclingwirtschaft haben in einem Konsortium die wesentlichen Eckpfeiler der verantwortungsvollen Anschlussnutzung erarbeitet. Darunter das führende Bauunternehmen Strabag sowie der Deutsche Abbruchverband und der Abbruchverband Nord.

Aufbauend auf der im September 2023 veröffentlichten und ebenfalls von Concular initiierten DIN SPEC 91484 (Pre-Deconstruction Audits), anhand derer Bauteile systematisch erfasst und dokumentiert werden, bietet die neue DIN SPEC ein standardisiertes Bewertungsverfahren zur wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Zumutbarkeit der Anschlussnutzung. Basierend auf der bereits im Jahr 2024 novellierten EU-Bauprodukteverordnung, nach der wiedergewonnene Bauteile grundsätzlich wie neue zu behandeln sind, erfüllt der neue Standard zentrale Anforderungen der EU-Abfallrahmenrichtlinie, des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) und der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS).

Der Weg für die praktische Umsetzung einer Anschlussnutzung in Bauprojekten ist damit frei. Altholz kann beispielsweise als solches wiederverwendet werden und entgeht der thermischen Verwertung, Betonbruch dient als Rohstoff für R-Beton und endet nicht im Straßenbau. Alle Beteiligten am Entwicklungsprozess dieser DIN SPEC haben mit ihrer praktischen Erfahrung und den Erkenntnissen aus der Forschung wertvolles Know-how in den Prozess einfließen lassen. Dieses gebündelte und frei verfügbare Branchenwissen ist ein Meilenstein für die kreislaufgerechte Zukunft der Bauwirtschaft. Denn es geht allen Beteiligten um ein gemeinsames Ziel: Die optimierte Nutzung vorhandener Ressourcen für eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Bauwirtschaft.

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Über Concular

Concular ist der führende Partner für Zirkuläres Bauen. Das Unternehmen bietet eine ganzheitliche Plattform, um Bauprodukte in Gebäuden zu erfassen, zu bewerten und rechtssicher in den Materialkreislauf zurückzuführen. Das Team aus über 70 Expert:innen an sieben Standorten bietet Fachplanungs- sowie Praxislösungen für Rückbau, Bauen im Bestand und Neubau. Concular ermöglichte bereits in über 1.000 Projekten die Wiedereinbringung von 15 Millionen Bauprodukten. Zirkuläres Bauen mit Concular ermöglicht die Einsparung von Ressourcen und Abfall und trägt zur Reduktion von CO₂-Emissionen in der Bauwirtschaft bei.

Pressekontakt: presse@concular.com

Unser Angebot

Die DIN SPEC 91525 in der Praxis

Ann Kathrin Goerke

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