Max Delbrück Center
Für die geplante Modernisierung des Max Delbrück Center in Berlin-Buch hat Concular ein zweistufiges Pre-Deconstruction Audit nach DIN SPEC 91484 durchgeführt und…
Für die Deutsche Bahn hat Concular den selektiven Rückbau historischer Ziegelbauten in Erfurt vom Pre-Deconstruction Audit bis zur Aufbereitung vor Ort begleitet – mit voraussichtlich 489 t CO₂e Einsparung.
Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Erfurt entsteht der neue DB Campus der ICE City. Neben dem Erhalt von zwei Bestandsgebäuden steht dort der selektive Rückbau im Mittelpunkt: Rund 200.000 Ziegel aus drei unterschiedlichen Gebäuden wurden behutsam zurückgebaut.
Ziel war es, möglichst viele der historischen Steine – größtenteils noch aus der Vorkriegszeit – zu erhalten, aufzubereiten und erneut in den Materialkreislauf zu bringen.
Bereits in einer frühen Projektphase wurde Concular beauftragt, das Materialpotenzial der Bestandsgebäude detailliert zu erfassen und zu bewerten. Grundlage war ein umfassendes Pre-Deconstruction Audit (PDA), bei dem alle relevanten Bauteile digital dokumentiert und analysiert wurden. Der anschließende Circularity Potential Report zeigte auf, wie groß das Wiederverwendungspotenzial tatsächlich ist und welche ökologischen Vorteile zirkuläre Strategien bringen.
Im Mittelpunkt standen die massiven Ziegelbauten auf dem Areal. Concular analysierte die Ziegel hinsichtlich Wiederverwendbarkeit und Materialqualität und entwickelte eine Strategie für einen ressourcenschonenden Rückbau, um die Ziegel für eine zweite Nutzung vorzubereiten.
Im dritten Quartal 2024 begann der selektive Rückbau des ersten Gebäudes, des Güterschuppens 2. Rund 100.000 Ziegel wurden aus dem Mauerwerk gelöst und in drei Haufwerken zwischengelagert. Unter Leitung von Concular erfolgte die Aufbereitung vor Ort: Die Ziegel wurden manuell gereinigt, nach Qualität sortiert, auf Paletten gelagert und zum langfristigen Schutz umwickelt. Digitale Tools, datenbasierte Analysen und gezielte Beratung halfen, den Materialfluss während des Rückbaus zu optimieren – auch bei Bauteilen, die ursprünglich nicht für eine selektive Demontage vorgesehen waren.

Trotz Materialbruch konnten tausende Ziegel erfolgreich für die Wiederverwendung gesichert werden. Durch ihre Wiederverwendung können voraussichtlich 489 t CO₂e eingespart werden. Zum Vergleich: Ein voll ausgelasteter ICE 4 könnte drei Jahre lang zwischen Berlin Hbf und Erfurt Hbf hin- und herpendeln, bis die Emissionen aus den eingesparten Ziegeln erreicht wären.
Neben den CO₂-Emissionen wurden auch der Verbrauch nicht erneuerbarer Primärenergie und von Frischwasser deutlich reduziert. Damit leistet das Projekt einen messbaren Beitrag zu den Klimazielen der Deutschen Bahn und zur Transformation des Bauwesens hin zu einer zirkulären Wertschöpfungskette.
Die historischen Ziegel sollen künftig im Innen- und Außenbereich des Geländes der ICE City bzw. des DB Campus integriert werden. Das Projekt steht beispielhaft dafür, wie große öffentliche Akteure Kreislaufwirtschaft in ihre Bauprojekte integrieren können, wenn Urban Mining und Wiederverwendung an die Stelle des Abbruchs treten.
Bilder: Christopher Schmid
Vielen Dank an das Concular-Team für die hervorragende Zusammenarbeit. Dieses DB-Projekt zeigt eindrucksvoll, welches große Potenzial im nachhaltigen Umgang mit Bestandsmaterialien steckt. Ich freue mich schon jetzt auf die zukünftige Integration der historischen Ziegel im Innen- und Außenbereich des Geländes der ICE City bzw. des DB Campus.
Wir zeigen Ihnen, welche Materialien in Ihrem Gebäude stecken und wie Sie Rückbau, Sanierung oder Neubau zirkulär umsetzen.