Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) setzt neue Maßstäbe für die Bauwende in Deutschland. Als Eigentümer und Vermieter von rund 4.000 Gebäuden mit etwa 10,4 Millionen Quadratmetern Nettogrundfläche verwaltet der BLB NRW eines der größten Immobilienportfolios Europas. Um Zirkuläres Bauen flächendeckend und langfristig in diesem gewaltigen Bestand zu verankern, hat der BLB NRW nun einen umfassenden Rahmenvertrag mit Concular bis zum Jahr 2030 geschlossen.

Nach der Partnerschaft mit Berlin TXL, der mit Concular Anfang 2026 geschlossen wurde, unterstreicht diese Partnerschaft den klaren Trend in der Immobilienwirtschaft: Große Bestandshalter bewegen sich weg von einzelnen Pilotprojekten und etablieren Zirkularität projektübergreifend als verlässlichen Standard im Regelbetrieb.

Die Partnerschaft im Detail: Alles aus einer Hand bis 2030

Im Rahmen der mehrjährigen Vereinbarung übernimmt Concular als strategischer Partner die Beratung, Fachplanung und baubegleitende Umsetzung der Bauproduktzweitverwendung für den BLB NRW. Der Vertrag sichert die ganzheitliche Begleitung anstehender Sanierungs-, Umbau- und Rückbauvorhaben über alle Phasen hinweg.

Die Kooperation basiert auf einer lückenlosen Verzahnung von Beratung, digitaler Technologie und physischer Logistik vor Ort:

  • Systematische Pre-Deconstruction Audits: Anstehende Sanierungs- und Rückbauobjekte werden gemäß DIN SPEC 91484 systematisch auf ihr Wiederverwendungspotenzial analysiert. So wird frühzeitig transparent, welche Materialien und Bauteile wertvoll sind und zerstörungsfrei ausgebaut werden können.

  • Eigene digitale BLB-Bauteilbörse: Über eine maßgeschneiderte Plattform verfassen und verwalten der BLB NRW und Concular alle zirkulären Prozesse. Nach dem Prinzip Design by Availability können erfasste Baustoffe direkt intern für andere Neubau- oder Sanierungsvorhaben des Landes eingeplant oder bei Bedarf extern vermarktet werden.

  • Regionale Urban Mining Hubs in NRW: Für die logistische Abwicklung richten die Partner regionale Logistik- und Aufbereitungszentren ein – unter anderem an den Standorten Düsseldorf, Aachen und Detmold. Hier werden die ausgebauten Bauprodukte zwischengelagert, gereinigt, repariert und für den rechtssicheren Wiedereinbau re-zertifiziert.

  • Transparente Nachweise: Die Erstellung von Ökobilanzierungen (LCA) und digitalen Gebäuderessourcenpässen stellt sicher, dass eingesparte graue Emissionen und Rohstoffkreisläufe lückenlos dokumentiert werden.

Planungssicherheit und Erlöse durch innovative Kaufverträge

Der Rahmenvertrag setzt auf praxiserprobte Vertragsmodelle, die den Ankauf, die Vermarktung und die Wiederverwendung von Materialien klar regeln. Dazu gehören Modelle zum direkten Ankauf von Materialien zum Restwert durch Concular sowie Vereinbarungen zur aktiven Vermarktung an Dritte mit fairer Erlösteilung. Wenn der BLB NRW Materialien innerhalb des eigenen Bestands wiederverwendet, greifen strukturierte Werkverträge für den Rückbau, die Aufbereitung und den Transport.

Dass der BLB NRW diesen Weg geht, baut auf einer jahrelangen, erfolgreichen Zusammenarbeit auf, wie etwa beim Behrensbau in Düsseldorf. Die mehrjährige Laufzeit bis 2030 schafft nun die nötige Planungssicherheit für beide Seiten und ermöglicht gezielte Investitionen in Infrastruktur, Logistik und Teams direkt in Nordrhein-Westfalen.

Ein Signal für die gesamte Branche

Der Rahmenvertrag zwischen dem BLB NRW und Concular kann als Orientierung und Blaupause für Städte, Kommunen und große private Immobilienunternehmen diene. Er beweist, dass die zirkuläre Transformation des Gebäudesektors machbar, ökonomisch sinnvoll und auf Portfolioebene voll skalierbar ist.