Wer auf einer Abbruchbaustelle nur Bauschutt sieht, verpasst die besten Chancen. Andreas sieht dort etwas völlig anderes: hochwertige Systemtrennwände, intakte Teppichfliesen, feine Holzelemente – echte Schätze für den modernen Innenausbau. Mit seiner Arbeit für Concular Spaces bewegt sich Andreas täglich an der Schnittstelle von detailverliebter Planung und handwerklicher Vor-Ort-Praxis.

„Im Grunde geht es bei uns um eine sorgfältige Schatzsuche“, erklärt Andreas den Kern seiner Arbeit. „Wir spüren hochwertige Innenausbaukomponenten im Bestand auf, bauen sie mit größter Sorgfalt zerstörungsfrei aus, verpacken sie sicher und passen sie schließlich individuell nach Kundenwunsch wieder in neue oder bestehende Gebäude ein.“

Spagat zwischen Baustelle, Architektur und Kreislaufwirtschaft

Dass Andreas den Spagat zwischen Handwerk, Ästhetik und Zirkularität so souverän meistert, liegt an seinem ungewöhnlichen Werdegang. Ursprünglich im Marketing gestartet, machte er viele Erfahrungen im holzverarbeitenden Gewerbe, studierte Holzbau und arbeitete in einem Architekturbüro für hochwertigen Innenausbau. Dass ihn sein Weg einmal in die Kreislaufwirtschaft führen würde, hätte er während seiner Lehrzeit selbst nicht gedacht. Sein Aha-Erlebnis kam dabei weniger durch ein einzelnes Schlüsselereignis als durch einen geschärften Blick auf das große Ganze: „Mir wurde im Laufe der Zeit klar, dass wir einen nachhaltigen Lebensstil brauchen und das Bauen einen gigantischen Einfluss auf den Klimawandel hat.“

Sein handwerklicher und architektonischer Background erweist sich bei Concular Spaces heute als unschätzbarer Vorteil; Andreas bringt ein starkes Multitasking mit. „Meine Arbeit ist ein ständiger Spagat zwischen Baustelle und Büro“, erzählt er. „Einerseits geht es darum, Detaillösungen direkt vor Ort am Bauteil zu klären, andererseits muss man in formalen Prozessen und Genehmigungen stets den Überblick bewahren. Die Aufgaben sind so umfänglich, dass wir sie ohnehin nur als starkes Team bewältigen können.“

Vorurteile abbauen: Ästhetik, Qualität und Garantie

Dass ausgerechnet der Innenausbau eine so zentrale Rolle für die Zirkularität spielt, liegt an den Besonderheiten dieses Segments. Der Innenausbau hat ein enormes Marktvolumen und ist durch kurze Umbauzyklen und hohe Fluktuation geprägt. „In kaum einem anderen Bereich werden so extrem viele, hochmoderne und wertvolle Bauteile einfach weggeworfen“, betont Andreas. Doch gerade hier halten sich hartnäckige Vorurteile. Viele Bauherrinnen und Architekt:innen befürchten bei Re-Use optische Abstriche oder ein „Secondhand-Gefühl“. „Re-Use hat Gebrauchsspuren, aber keine ästhetischen oder technischen Mängel. Man darf sich gebrauchte Komponenten nicht als verbeulte Bauteile vorstellen. Beschädigte Teile werden bei uns aufbereitet, ausgetauscht und ersetzt. Am besten überzeugt man Kund:innen, indem man ihnen bereits erfolgreich umgesetzte Projekte zeigt.“

Neben der Ästhetik steht oft die Sorge um Qualität und Garantie im Raum. Hier setzt Andreas an, um Kund:innen die Angst vor dem vermeintlichen Risiko zu nehmen: „Eine große Aufgabe ist es, den Kunden die Sicherheit zu geben, dass der Einsatz von Re-Use keine negativen Auswirkungen auf Qualität oder Gewährleistung hat und genau dieselben Standards erfüllt wie Neuware.“ Ein echtes Erfolgserlebnis ist für ihn deshalb der Moment der Fertigstellung: „Das Schönste an der Arbeit ist, wenn man am Ende schwarz auf weiß sieht, wie viel Material nicht neu produziert werden musste und wie viel CO₂ wir durch die Wiederverwendung konkreter Bestandsmaterialien eingespart haben.“

Vernetztes Arbeiten und der Blick in die Zukunft

Innerhalb von Concular ist Andreas gut vernetzt. Es gibt einen stetigen Austausch mit dem Consulting-Team, das Projekte früh identifiziert, sowie eine enge Schnittstelle zu den Urban Mining Hubs und der Logistik, wo die Materialien geprüft, aufbereitet und zwischengelagert werden. Als DGNB Registered Professional legt Andreas auch hier Wert darauf, dass formale Standards und praktische Umsetzbarkeit Hand in Hand gehen.

Wenn Andreas an die Zukunft des Innenausbaus denkt, sieht er die Branche vor einem klaren Umdenken. „Was heute noch Pionierarbeit ist, wird in zehn Jahren hoffentlich absolute Normalität sein – getrieben von gesellschaftlichem Umdenken und steigenden Materialpreisen“, so seine Prognose.

Für die Gesetzgebung hätte er einen ganz konkreten Wunsch per Fingerschnipp: „Wir bräuchten eine Verpflichtung zur Prüfung dessen, was man überhaupt entsorgen ‚darf‘. Es braucht mehr Achtsamkeit und ein Augenmerk auf Produkte, die potenziell wiederverwendbar sind – etwa durch verpflichtende Pre-Deconstruction-Audits auch im Innenausbau, flächendeckende Rücknahmesysteme und mehr Urban Mining Hubs.“

Mit Concular Spaces zeigt Andreas täglich, dass gebrauchte Innenarchitektur nicht nur nachhaltig ist, sondern modernen, hochfunktionalen Designansprüchen in nichts nachsteht.