Mit dem Projekt „Hangweide“ initiiert die Kreisbaugesellschaft Waiblingen mbH ein zirkuläres Modellvorhaben, das überregionale Strahlkraft besitzt. Ziel ist es, den Rückbau des Postareals in Fellbach direkt mit dem Neubau einer Kindertagesstätte auf dem Baufeld G12 in Kernen zu verknüpfen. Concular begleitet dieses Vorhaben als strategischer Beratungspartner, um die theoretischen Potenziale der Wiederverwendung in eine rechtssichere und technisch machbare Praxis zu überführen und deren Umsetzbarkeit zu prüfen.

Vom theoretischen Potenzial zur genehmigungsfähigen Praxis

Die größte Herausforderung bei diesem Projekt liegt in der Komplexität, wiedergewonnene, tragende Bauteile – insbesondere aus Stahlbeton – in einen Neubau zu integrieren. Dies erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern vor allem Pionierarbeit im Genehmigungsprozess und bei der wirtschaftlichen Bewertung. Es galt zu klären, wie Bauteile aus den 1910er- bis 1960er-Jahren heutigen Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen können und wie die damit verbundenen finanziellen und rechtlichen Risiken für die Bauherrschaft minimiert werden können.

Ganzheitliche Fachplanung und zirkuläres Management

Concular arbeitet im engen Austausch mit Architektur, Tragwerksplanung und Baurechtsamt. Unsere Leistungen decken die gesamte Breite der zirkulären Projektvorbereitung ab:

  • Ganzheitliches Consulting & Pre-Deconstruction Audit (PDA) nach DIN SPEC 91484: Digitale Bestandsaufnahme der Spendergebäude auf dem Postareal zur Ermittlung der Re-Use-Fähigkeit, Marktfähigkeit und der ökologischen Impact-Daten.
  • Potenzielle Wiedereinbringungskonzepte nach DIN SPEC 91525: Erarbeitung detaillierter Strategien zur möglichen Bergung und Aufbereitung von Bauteilen für den Kita-Neubau.
  • Strategische Begleitung im Genehmigungsprozess: Enge Zusammenarbeit mit dem Baurechtsamt zur Einbringung für die Genehmigung von Re-Use-Bauteilen.
    Ökobilanzierung & Monitoring: Messung der prognostizierten CO2-Einsparungen und Abfallminimierung durch den Erhalt und die Wiederverwendung von Ressourcen (mit der CircularLCA Software).
  • Stakeholder-Kommunikation: Austausch zwischen Projektbeteiligten wie UTA Architekten, Werner Sobek und der Projektsteuerung, um zirkuläre Ziele fest in der Planung zu verankern.

Transparenz und Vorbildcharakter für zirkuläre Bauprojekte

Durch die systematische Untersuchung konnten wir aufzeigen, dass die Wiederverwendung tragender Bauteile ökologisch notwendig und technisch möglich ist. Ein zentrales Ergebnis der Zusammenarbeit war die Entscheidung, ein Bestandsgebäude auf dem Postareal in Fellbach zu sanieren, statt es komplett rückzubauen – eine direkte Folge der durch Concular geschaffenen Transparenz über den Gebäudewert. Das Projekt beweist, dass zirkuläres Bauen die effektivste Methode zur CO2-Reduktion darstellt, sofern alle Akteure durch ein strukturiertes Management und klare Datenlagen zusammengeführt werden.

HWK 26 052 UTA ReUse Seite 23 Bild 0004 1

Etablierte Standards für die zirkuläre Baupraxis

Das Projekt Hangweide belegt die Skalierbarkeit zirkulärer Prozesse durch eine strukturierte Fachplanung und eine enge Abstimmung aller Projektbeteiligten. Als strategischer Partner hat Concular dazu beigetragen, komplexe Zielkonflikte zwischen Bestandserhalt, Rückbau und Neubau aufzulösen und die methodischen Grundlagen für eine rechtssichere Umsetzung zu schaffen. Das Vorhaben dient als Referenz dafür, wie durch eine fundierte Datenbasis und ganzheitliche Prozesssteuerung die stoffliche Verknüpfung von Gebäudegenerationen gelingen könnte und somit ein messbarer Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Bauwirtschaft geleistet werden kann.