Zirkulärer Rückbau zwischen Baustelle, Handwerk und Lagerhaltung: Luca Steffens über Urban Mining bei Concular
Zirkuläres Bauen lebt von der konkreten, anpackenden Umsetzung vor Ort. Bei unserem Standort in Berlin sorgt Luca dafür, dass Kreislaufwirtschaft auf der Baustelle Realität werden kann. Er ist die entscheidende Brücke zwischen Planung und Praxis: Als Verantwortlicher für zirkulären Rückbau und Lagerlogistik im Urban Mining Hub stellt er sicher, dass Re-Use-Baumaterialien mit hoher Präzision geborgen, geprüft, logistisch aufbereitet und für ihren nächsten Einsatz gesichert werden.
Concular betreibt für diese physische Abwicklung ein ständig wachsendes Netzwerk an Hubs in ganz Deutschland – regionale Logistik- und Umschlagplätze, die als Drehscheibe für zirkuläre Baumaterialien dienen.
„Wir sorgen dafür, dass Baustoffe bei einer Sanierung oder einem Rückbau in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben und nicht auf dem Müll landen.”, erzählt Luca. Mein Fokus liegt darauf, dass dieser Prozess vor Ort auf der Baustelle und im Lager reibungslos funktioniert: dass Materialien im guten Zustand ausgebaut, sicher eingelagert und am Ende genau dort ankommen, wo sie wieder gebraucht werden.“
Nachhaltige Ökonomie trifft handwerkliche Leidenschaft
Lucas Weg zu Concular verbindet zwei Welten, die perfekt in die Praxis der Kreislaufwirtschaft passen. Er studierte Nachhaltige Ökonomie und Management und brachte gleichzeitig eine ausgeprägte Leidenschaft für das Handwerk und das Baugeschehen mit. Schon vor seiner Zeit bei Concular faszinierte ihn die Idee des Wiederverwendens: „Ich habe oft gebrauchte Dinge gekauft, sie umgebaut oder weitergegeben. Im Studium habe ich mir dann die Frage gestellt, wie nachhaltiges Wirtschaften in der Realität funktionieren kann. Es geht darum, Dingen, die einen hohen Wert und eine einwandfreie Funktion haben, ein zweites Leben zu geben.“ Bei Concular fand er schließlich das ideale Feld, um diese beiden Interessen zu verbinden.
Eine der größten Stärken, die Luca in seinen Arbeitsalltag einbringt, ist seine spürbare Flexibilität in unvorhergesehenen Situationen. Der zirkuläre Rückbau arbeitet schließlich nicht mit standardisierter Neuware aus dem Werk, sondern mit unikaten Bestandselementen auf dynamischen Baustellen. „Auf der Baustelle läuft selten alles exakt nach Plan. Wenn Bauteile spontan angeliefert werden oder externe Teams vor Ort vor Herausforderungen stehen, muss man spontan reagieren und pragmatische Lösungen finden. Diese Anpassungsfähigkeit hilft mir extrem, um Abläufe zu sichern und unseren Zeitplan einzuhalten.“
Der Urban Mining Hub als physisches Herzstück
Ein zentraler Baustein in Lucas Arbeit ist die Arbeit im und am Urban Mining Hub in Berlin, dem physischen Umschlagplatz für Re-Use-Bauprodukte. Hier lagern Dauerbrenner wie Systemtrennwände oder Brandschutztüren, aber auch besondere Fundstücke. „Wir hatten zum Beispiel einmal einen historischen Dachstuhl eingelagert“, erinnert sich Luca. „Der Kunde hat die alten Holzbalken direkt bei uns im Lager mit einem mobilen Sägewerk zu neuen Fassadenbrettern aufbereitet. Das zeigt perfekt, wofür diese Lagerstätten da sind: Sie schaffen den Raum, um Wertstoffe zu sichern, aufzubereiten und schrittweise wieder in den Baukreislauf zurückzuführen.“
Logistik neu denken und Standards schaffen
Gleichzeitig arbeitet Concular intensiv daran, die Prozesse rund um die Lagerlogistik kontinuierlich weiterzuentwickeln. Da wiedergewonnene Bauteile eine Vielzahl an Zusatzinformationen benötigen – etwa zu Zustand, Maßen, Zubehörteilen oder Prüfzeugnissen –, unterscheidet sich die zirkuläre Logistik grundlegend von klassischer Lagerhaltung.
„Wir stehen vor der spannenden Aufgabe, ein Logistiksystem zu gestalten, das genau auf die Besonderheiten von Re-Use-Materialien zugeschnitten ist“, erklärt Luca. „Jedes Projekt ist ein Lernprozess. Wir werden von Mal zu Mal besser darin, zu erfassen, welche Daten auf der Baustelle wirklich entscheidend sind, wie wir Warenannahmen strukturieren und wie wir diese Abläufe so aufstellen, dass sie sich künftig auf andere Standorte übertragen lassen.“ Um diesen Prozess auch fachlich weiter zu stärken, absolviert Luca gezielte Weiterbildungen, darunter den Gabelstaplerschein sowie spezielle Schulungen für Sicherheit und Unterweisung im Lager- und Baustellenbereich.
Aha-Effekte vor Ort und Blick in die Zukunft
Wenn Luca auf die Zukunft der Baubranche blickt, ist sein Blick ziemlich optimistisch. Er erlebt in täglichen Gesprächen mit Handwerker:innen und Bauleiter:innen vor Ort, wie Skepsis schnell in Begeisterung umschlägt, sobald der konkrete Nutzen sichtbar wird.
„Wenn man den Leuten auf der Baustelle zeigt, wie hochwertig Re-Use-Bauteile wie eine Marken-Armatur oder eine Brandschutztür nach der Aufbereitung sind, kommt rasch der Aha-Effekt. Man muss den Blick dafür schärfen, was in unseren Gebäuden an Qualität steckt. Am Ende freuen sich alle Beteiligten, wenn ein gutes Bauteil nicht im Container landet, sondern wieder einen Wert bekommt.“ Lucas täglicher Einsatz sorgt dafür, dass dieser Wandel Schritt für Schritt von der Idee in die Praxis gelangt.
Wenn man den Leuten auf der Baustelle zeigt, wie hochwertig Re-Use-Bauteile nach der Aufbereitung sind, kommt rasch der Aha-Effekt.