Max Delbrück Center
Für die geplante Modernisierung des Max Delbrück Center in Berlin-Buch hat Concular ein zweistufiges Pre-Deconstruction Audit nach DIN SPEC 91484 durchgeführt und…
Für ein Schulgebäude von 1952 in Aachen hat Concular nachgewiesen, dass sich Mauerziegel wirtschaftlich und ökologisch zu Verblendern aufbereiten lassen – vom Rückbau über die Materialprüfung bis zur Zertifizierung.
Beim LRS Zentrum in Aachen handelt es sich um ein altes Schulgebäude, das 1952 errichtet wurde und eine Bruttogrundfläche von 5.000 m² aufweist. Concular arbeitete in diesem Projekt mit dem Bauherrn sowie dem Architekturbüro kadawittfeldarchitekten zusammen.
Concular wurde beauftragt, die Materialien des Gebäudes zu sichten, Potenziale zu identifizieren, ein Rückbaukonzept zu entwickeln und die Materialien weiterzuvermitteln. Bei der Sichtung wurde das Wiederverwendungspotenzial einzelner Materialien bewertet. Trotz des frühen Baujahrs und fehlender Sanierungen fanden sich dabei wertvolle Materialien.
Im Zuge des Rückbaukonzepts analysierte Concular in einer Machbarkeitsstudie, ob sich das Ziegelmauerwerk als Verblender wiedernutzen lässt. In einem Vor-Ort-Termin wurde eine Rückbauprobe genommen und das Herauslösen der Ziegelsteine getestet; erprobt wurden außerdem das Ablösen des Mörtels und das Schneiden der Verblender. Erkenntnisse über die Menge an Bruch beim Herauslösen und Schneiden flossen in die Kalkulation ein. Anschließend wurden die Ziegelsteine zu Verblendern geschnitten und verprobt – mit Blick auf Aspekte der baurechtlichen Abnahme wie Wasserlöslichkeit und Frostsicherheit.
Ein weiterer Bestandteil war ein Kosten- bzw. Wirtschaftlichkeitsmodell mit einem Kostenvergleich zwischen selektivem und traditionellem Rückbau. Modelliert wurden alle Leistungen, die für einen Wiedereinsatz „gleichwertig wie neu“ in einer Wertschöpfungskette nötig sind:

Die Arbeit von Concular hat nachgewiesen, dass die Wiedernutzung von Ziegeln – inklusive Rückbau, Aufbereitung, Upcycling zu Verblendern, Materialprüfung und Zertifizierung – wirtschaftlich und ökologisch durchführbar ist. Ein Entwurf für die neue Fassade sieht Verblender aus dem bisherigen Gebäude vor.
Die Komplexität der Studie lag vor allem in ihrem Pilotcharakter: Aufgebaut wurde eine Wertschöpfungskette mit bereits existierenden Akteur:innen für alle Leistungsphasen vom Rückbau bis zur (Re-)Zertifizierung, ergänzt um die ökonomische Bewertung im Vergleich zum traditionellen Abriss. Das Konzept umfasst rechtliche, handwerkliche und kreative Leistungen und berücksichtigt soziale Aspekte (fairer Einsatz von Arbeitskräften gegenüber Maschinen) ebenso wie ökologische Aspekte, etwa den Stromverbrauch.
Die gewonnenen Erkenntnisse bieten eine Blaupause für weitere Projekte, in denen Mauerziegel wiedergenutzt werden sollen. Wie sich Urban Mining im eigenen Bestand umsetzen lässt, klärt Concular in der Beratung zum zirkulären Bauen.
Wir zeigen Ihnen, welche Materialien in Ihrem Gebäude stecken und wie Sie Rückbau, Sanierung oder Neubau zirkulär umsetzen.