Für eines der europaweit größten Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel hat Concular ein entscheidendes Vorhaben für zirkuläres Bauen innerhalb des Konzerns begleitet. Ziel des Projekts war nicht nur der nachhaltige Rückbau einer einzelnen Filiale, sondern die Entwicklung eines skalierbaren Standard-Rückbauprozesses, der als Blaupause für zukünftige Modernisierungen und Standortentwicklungen des Konzerns dient.
Skalierbarkeit im Filialnetz
Bei einem Filialnetz mit tausenden Standorten stellt die Standardisierung von Nachhaltigkeitsprozessen eine enorme Hebelwirkung dar. Die Herausforderung bestand darin, den konventionellen Abriss durch eine gezielte Materialgewinnung zu ersetzen, die sowohl ökologisch als auch operativ in die engen Zeitpläne des Filialbaus integrierbar ist. Es galt, den Bestand systematisch als Materialquelle zu erschließen und die Prozesse so zu dokumentieren, dass sie konzernweit ausgerollt werden können.
Auditierung und Entwicklung eines zirkulären Standard-Rückbaukonzepts
Concular begleitete das Pilotprojekt als strategischer Partner und DGNB-Auditor über den gesamten Prozess:
- DGNB Zertifizierung (Level Gold): Steuerung des gesamten Zertifizierungsprozesses von der ersten Potenzialanalyse bis zur finalen Einreichung.
- Pre-Deconstruction Audit (PDA): Systematische Erfassung und ökologische Bewertung der Materialströme nach DIN SPEC 91484 unter Einsatz der CircularAudit App.
- Entwicklung des Standard-Prozesses: Erarbeitung eines Leitfadens für den „Zirkulären Filialrückbau“, der Anforderungen an den selektiven Rückbau direkt in die Ausschreibungstexte für zukünftige Vorhaben integriert.
- Anschlussnutzungskonzept: Identifikation von Re-Use-Potenzialen innerhalb des Filialtyps (z. B. technische Anlagen, Bauteile des Innenausbaus), um Materialien im Kreislauf zu halten.
Ein neuer Standard für den Handel
Das Pilotvorhaben demonstriert, dass zirkulärer Rückbau im großskaligen Filialbau wirtschaftlich und operativ umsetzbar ist:
- Zertifizierte Nachhaltigkeit: Das DGNB-Zertifikat in Gold macht die ökologische Performance für Stakeholder und Kommunen transparent und messbar.
- Ressourcenschonung: Durch die systematische Materialerfassung konnten signifikante Mengen an Abfall vermieden und Primärressourcen geschont werden.
- Strategischer Roll-out: Mit dem entwickelten Standardprozess verfügt der Konzern nun über ein rechtssicheres und praxiserprobtes Werkzeug, um die Kreislaufwirtschaft fest in der eigenen Immobilienstrategie zu verankern.
- EU-Taxonomie: Die Dokumentation liefert den Nachweis für den „wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft“ gemäß aktueller EU-Verordnungen.
Vorbildcharakter für die Branche
Dieses Projekt zeigt, wie Concular durch die Kombination aus digitaler Auditierung und fundierter Fachplanung den Weg für die Bauwende im Handel ebnet. Wir zeigen auf, dass der Bestandserhalt und die gezielte Materialrückgewinnung bei Handelsimmobilien keine Nischenthemen sind, sondern als wirtschaftlich belastbare Standards die Zukunftsfähigkeit großer Immobilienportfolios sichern. Gemeinsam mit unserem Partner setzen wir damit einen Meilenstein für die Transformation des zirkulären Filialbaus.
Jahr
2026
Auftraggeber:in
Großunternehmen im Lebensmitteleinzelhandel